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BAFA Förderung: Der Leitfaden für Unternehmen

Die BAFA Förderung erstattet kleinen und mittleren Unternehmen bis zu 80 % der Beratungskosten. Hier steht, wer Anspruch hat, wie hoch der Zuschuss ist, wie der Antrag läuft und welche Fehler die Bewilligung kosten.

Aydogan Domurcuk· Geschäftsführer und Berater9 Min. Lesezeit
Inhaltsverzeichnis
  1. Was ist die BAFA Förderung?
  2. Wer kann die BAFA Förderung beantragen?
  3. Wie hoch ist die BAFA Förderung?
  4. Wie läuft der BAFA Antrag Schritt für Schritt?
  5. Welche Beratungsleistungen werden gefördert?
  6. Woran scheitern BAFA Anträge? Sechs Tipps
  7. Wie Verinorm bei der BAFA Förderung hilft
Arbeitsplatz mit Notizbuch und Laptop für die Vorbereitung des Förderantrags

Was ist die BAFA Förderung?

Die BAFA Förderung ist ein Zuschuss des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für Unternehmensberatung. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Freiberufler in Deutschland bekommen bis zu 80 % ihrer Beratungskosten erstattet, in den alten Bundesländern bis zu 50 %. Offiziell heißt das Programm „Förderung von Unternehmensberatungen für KMU“.

Das Ziel des Programms: die Wettbewerbsfähigkeit von KMU durch professionelle Beratung stärken. Im Alltag heißt das: Die Beratung, die sich ein kleiner Betrieb sonst zweimal überlegt, wird bezahlbar, weil der Staat einen erheblichen Teil der Kosten übernimmt.

Getragen wird das Programm vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) kofinanziert. Die offiziellen Bedingungen stehen auf der Programmseite des BAFA.

Wer kann die BAFA Förderung beantragen?

Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft sowie Angehörige der freien Berufe, wenn vier Dinge stimmen:

→ Sitz: Das Unternehmen hat seinen Sitz in Deutschland.
→ Größe: Maximal 249 Beschäftigte, Jahresumsatz höchstens 50 Mio. Euro oder Jahresbilanzsumme höchstens 43 Mio. Euro. Das entspricht der KMU-Definition der EU.
→ Gründung: Das Unternehmen ist bei Antragstellung bereits gegründet. Für Jungunternehmen (max. 2 Jahre alt) gelten besondere Konditionen.
→ Tätigkeit: Gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit im Haupterwerb.

Nicht antragsberechtigt sind unter anderem Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten im Sinne der EU-Definition, Unternehmen der Beratungsbranche selbst sowie gemeinnützige Unternehmen und Vereine.

Die meisten Unternehmen, die wir begleiten, haben zwischen 10 und 500 Mitarbeitende. Wer unter der Grenze von 249 Beschäftigten liegt, kommt grundsätzlich infrage.

Wie hoch ist die BAFA Förderung?

Die Höhe hängt vom Standort des Unternehmens ab:

KriteriumAlte BundesländerNeue Bundesländer
Förderquote50 %80 %
Max. Beratungskosten (Bemessungsgrundlage)3.500 €3.500 €
Maximaler Zuschuss1.750 €2.800 €

Die Bemessungsgrundlage beträgt maximal 3.500 Euro netto pro Beratung. Der Zuschuss ist nicht rückzahlbar. Kein Darlehen, sondern eine echte Kostenerstattung.

Für Jungunternehmen (nicht älter als zwei Jahre) kann in bestimmten Fällen eine zusätzliche Beratung gefördert werden.

Zur Einordnung: ISO 9001 bieten wir ab 3.500 € zuzüglich Mehrwertsteuer an, Beratung und Zertifizierung zusammen. Gefördert wird davon nur der Beratungsanteil; die Gebühr der Zertifizierungsstelle ist nicht förderfähig. Ein Eigenanteil bleibt in jedem Fall, dazu unten mehr.

Wie läuft der BAFA Antrag Schritt für Schritt?

Der Antragsprozess hat sechs Schritte. Entscheidend ist die Reihenfolge: Die Beratung darf nicht vor der Bewilligung beginnen. Wer zu früh startet, bekommt keinen Zuschuss.

  1. Informationsgespräch bei einer Leitstelle: Jungunternehmen führen vor der Antragstellung ein kostenloses Informationsgespräch bei einer regionalen Leitstelle (z. B. IHK, HWK). Für Bestandsunternehmen ist das empfohlen, aber nicht verpflichtend.
  2. Online-Antrag beim BAFA: Der Förderantrag wird über das Online-Portal des BAFA gestellt. Sie brauchen Unternehmensdaten, Handelsregisterauszug, ggf. den Nachweis des Informationsgesprächs und eine De-minimis-Erklärung.
  3. Bewilligung abwarten: Nach Prüfung Ihres Antrags erhalten Sie einen Zuwendungsbescheid. Erst danach darf die Beratung beginnen.
  4. Beratung durchführen: Beauftragen Sie ein im BAFA-Förderprogramm registriertes Beratungsunternehmen (wie Verinorm). Die Beratung muss innerhalb von 6 Monaten nach Bewilligung abgeschlossen sein.
  5. Verwendungsnachweis einreichen: Nach Abschluss reichen Sie Beratungsbericht, Rechnung und Zahlungsnachweis beim BAFA ein.
  6. Zuschuss erhalten: Nach positiver Prüfung wird der Zuschuss auf Ihr Konto überwiesen. Die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel 4–8 Wochen.

Auf dem Papier sind das sechs einfache Schritte. Im Alltag scheitert es fast nie an der Sache, sondern an Reihenfolge und Vollständigkeit.

Welche Beratungsleistungen werden gefördert?

Gefördert werden allgemeine Beratungen zu wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung. Konkret zum Beispiel:

→ Qualitätsmanagement: Einführung oder Weiterentwicklung von Managementsystemen nach ISO 9001, ISO 14001, ISO 45001 und weiteren Normen.
→ Organisationsentwicklung: Geschäftsprozesse, Digitalisierung, strategische Neuausrichtung.
→ Personalmanagement: Personalplanung, Mitarbeiterentwicklung, Fachkräftesicherung.
→ Finanz- und Controlling-Beratung: Liquiditätsplanung, Kostenrechnung, Investitionsplanung.
→ Innovationsberatung: Produkt- und Dienstleistungsinnovation, Markterschließung.
→ Nachhaltigkeitsberatung: Umweltmanagement, Energieeffizienz, CSR-Strategien.

Nicht förderfähig sind reine Rechtsberatungen, steuerliche Beratungen, Gutachtertätigkeiten, Beratungen, die ausschließlich Vermittlungszwecken dienen, sowie Beratungen, die mit öffentlich geförderten Schulungsmaßnahmen verbunden sind.

Am häufigsten fördern lassen unsere Kunden die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems: ISO 9001 Beratung mit BAFA-Förderung. Wichtig: Gefördert wird die Beratungsleistung, nicht die Gebühr der Zertifizierungsstelle.

Woran scheitern BAFA Anträge? Sechs Tipps

Wir haben mittlerweile über 500 BAFA-Anträge begleitet. Daraus sind die Punkte entstanden, an denen es im Alltag hakt:

→ Früh anfangen: Die Beratung darf nicht vor der Bewilligung starten. Planen Sie den Vorlauf ein, sonst wartet das Projekt auf den Bescheid.
→ Vollständige Unterlagen: Unvollständige Anträge verzögern. Handelsregisterauszug, De-minimis-Erklärung und ggf. der Nachweis des Informationsgesprächs müssen vorliegen.
→ Klares Beratungsziel: Das BAFA prüft, ob die Beratung einen nachweisbaren Nutzen für Ihr Unternehmen hat. „Wir wollen besser werden“ reicht nicht.
→ Registriertes Beratungsunternehmen: Nur Beratungen durch im BAFA-Förderprogramm registrierte Unternehmen sind förderfähig. Verinorm ist im Programm „Förderung von Unternehmensberatungen für KMU“ registriert.
→ Fristen einhalten: 6 Monate für die Durchführung, danach zeitnah der Verwendungsnachweis.
→ Eigenanteil einplanen: Auch mit Förderung tragen Sie 20–50 % selbst. Das gehört ins Budget.

Das eigentliche Problem ist selten der Antrag selbst. Es ist der Zeitpunkt: Wer das Beratungsprojekt schon gestartet hat und dann von der Förderung erfährt, geht leer aus.

Wie Verinorm bei der BAFA Förderung hilft

Verinorm ist im BAFA-Förderprogramm „Förderung von Unternehmensberatungen für KMU“ als Beratungsunternehmen registriert. Wir begleiten den Förderprozess von der Erstberatung bis zum Verwendungsnachweis:

→ Förderfähigkeitsprüfung: Wir prüfen vorab kostenlos, ob Ihr Unternehmen die Voraussetzungen erfüllt.
→ Antragstellung: Wir unterstützen beim Antrag und sorgen für vollständige Unterlagen.
→ Beratung: Einführung von Managementsystemen (ISO 9001, 14001, 45001 u. v. m.), Prozessoptimierung, strategische Neuausrichtung.
→ Abwicklung: Beratungsbericht und Verwendungsnachweis kommen von uns.

In unseren bisherigen BAFA-Anträgen liegt die Bewilligungsquote bei 98 %, bei über 500 beratenen Unternehmen. Das ist unsere eigene Auswertung, keine Statistik über alle Antragsteller.

Merksatz: Erst der Bescheid, dann die Beratung. Der Rest ist Vollständigkeit.

Genau dabei unterstützen wir Unternehmen. Prüfen Sie Ihre Förderfähigkeit unverbindlich mit dem kostenlosen BAFA-Check, lesen Sie mehr auf unserer Seite zur BAFA-Förderung oder sprechen Sie uns direkt an. Das Erstgespräch ist kostenlos.

Und bei Ihnen: Welche Beratung würden Sie angehen, wenn der Staat die Hälfte bis 80 % übernimmt?

Häufig gestellte Fragen

Was ist die BAFA Förderung?
Die BAFA Förderung ist ein staatlicher Zuschuss des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für Unternehmensberatung. Sie übernimmt bis zu 80 % der Beratungskosten für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Deutschland. Das Programm wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) kofinanziert.
Wer kann die BAFA Förderung beantragen?
KMU mit Sitz in Deutschland, maximal 249 Beschäftigten und einem Jahresumsatz unter 50 Mio. Euro. Das Unternehmen muss bereits gegründet sein und eine gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit im Haupterwerb ausüben. Nicht antragsberechtigt sind unter anderem Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten und Beratungsunternehmen selbst.
Wie hoch ist die BAFA Förderung?
In den alten Bundesländern bis zu 50 % der Beratungskosten (max. 1.750 €), in den neuen Bundesländern bis zu 80 % (max. 2.800 €). Die maximale Bemessungsgrundlage beträgt 3.500 € netto pro Beratung. Der Zuschuss muss nicht zurückgezahlt werden.
Wie beantrage ich die BAFA Förderung?
Über das Online-Portal des BAFA. Jungunternehmen führen vorher ein Informationsgespräch bei einer Leitstelle, etwa der IHK. Dann wird der Antrag eingereicht, die Bewilligung abgewartet, die Beratung durchgeführt und der Verwendungsnachweis eingereicht. Wichtig: Die Beratung darf erst nach der Bewilligung beginnen.
Welche Beratungsleistungen werden durch die BAFA gefördert?
Allgemeine Beratungen zu wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen, zum Beispiel Qualitätsmanagement (ISO 9001, 14001, 45001), Organisationsentwicklung, Personalmanagement, Innovationsberatung und Nachhaltigkeitsberatung. Nicht gefördert werden Rechts- und Steuerberatung, Gutachten und reine Vermittlungsberatung.
Wie lange dauert der BAFA Antragsprozess?
Nach Einreichung prüft das BAFA den Antrag und erteilt die Bewilligung. Die Beratung muss innerhalb von 6 Monaten nach Bewilligung abgeschlossen sein. Nach Einreichung des Verwendungsnachweises wird der Zuschuss in der Regel innerhalb von 4–8 Wochen ausgezahlt.

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