Inhaltsverzeichnis
- Wie wird der EcoVadis-Score berechnet?
- Was bedeuten die EcoVadis-Medaillen Bronze, Silber, Gold und Platin?
- Welche Unternehmen erzielen besonders gute Ergebnisse?
- Wie können Unternehmen ihren EcoVadis-Score verbessern?
- Welche Fehler kosten bei EcoVadis Punkte?
- EcoVadis oder ISO-Zertifizierung?
- Lohnt sich EcoVadis für kleine Unternehmen?
- Fazit: Mit strukturierter Vorbereitung zum guten Score

Wie wird der EcoVadis-Score berechnet?
Der EcoVadis-Score ist eine Punktzahl von 0 bis 100. Er ergibt sich aus der Bewertung der vier Themenbereiche Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Ethik und nachhaltige Beschaffung. Jeder Bereich wird einzeln bewertet. Wie stark einzelne Fragen gewichtet werden, hängt von Unternehmensgröße, Branche und Risikoprofil ab. Vom Score hängt am Ende die EcoVadis-Medaille ab.
Das klingt nach einer Formel. Im Alltag ist es eher eine Sammlung von Nachweisen, die bei EcoVadis gelesen und bewertet wird. Was nicht belegt ist, bringt keine Punkte.
Wie die Methodik mit ihren drei Säulen Richtlinien, Maßnahmen und Ergebnisse im Detail funktioniert, steht in Teil 2 dieser Reihe. Hier geht es um das, was am Ende sichtbar ist: die Medaille.
Was bedeuten die EcoVadis-Medaillen Bronze, Silber, Gold und Platin?
Unternehmen mit guter Nachhaltigkeitsleistung können eine Auszeichnung erhalten. Entscheidend ist dabei nicht nur die eigene Punktzahl, sondern der Vergleich mit anderen bewerteten Unternehmen:
→ Bronze
→ Silber
→ Gold
→ Platin
Zusätzlich vergibt EcoVadis in bestimmten Fällen Badges an Unternehmen, die keine Medaille erreichen, aber gute Leistungen oder eine Verbesserung nachweisen können.
Wichtig: Die Vergabe richtet sich nach den jeweils aktuellen Regeln. Die notwendige Punktzahl oder das Perzentil kann sich im Laufe der Zeit ändern. Die gültigen Schwellenwerte veröffentlicht EcoVadis auf seiner Seite zu Medaillen und Badges. Vor der Bewertung lohnt ein Blick dorthin, und nicht in einen zwei Jahre alten Blogbeitrag. 😅
Welche Unternehmen erzielen besonders gute Ergebnisse?
Unternehmen mit hohen Bewertungen haben häufig eines gemeinsam: Sie müssen für EcoVadis wenig Neues erfinden. Sie verfügen bereits über:
→ ein etabliertes Managementsystem
→ klare Nachhaltigkeitsziele
→ dokumentierte Prozesse
→ regelmäßige interne Audits
→ Managementbewertungen
→ Schulungsprogramme
→ Lieferantenbewertungen
→ Kennzahlen zur Nachhaltigkeit
→ fortlaufende Verbesserungsmaßnahmen
Das ist im Kern die Ausstattung eines funktionierenden Managementsystems, etwa eines Qualitätsmanagements nach ISO 9001.
Eine ISO-Zertifizierung allein führt aber nicht automatisch zu einer hohen Bewertung. Auf dem Papier ein System zu haben, reicht nicht. Die Maßnahmen müssen nachweisbar umgesetzt und regelmäßig überprüft werden. Genau das prüft EcoVadis.
Wie können Unternehmen ihren EcoVadis-Score verbessern?
Die beste Strategie ist unspektakulär: Nachhaltigkeit in die bestehenden Prozesse einbauen, statt daneben ein zweites System aufzubauen. Fünf Maßnahmen wirken dabei besonders:
1. Nachhaltigkeitsrichtlinien erstellen
Viele Unternehmen tun bereits einiges, haben es aber nie aufgeschrieben. Eine klare Richtlinie schafft Transparenz nach innen und ist gleichzeitig der Nachweis nach außen.
2. Ziele definieren
Ziele müssen konkret und messbar sein, zum Beispiel:
→ Energieverbrauch senken
→ Recyclingquote erhöhen
→ Arbeitsunfälle reduzieren
→ Lieferanten bewerten
→ Schulungsquote steigern
Regelmäßige Überprüfung zeigt, ob die Maßnahmen wirken. Ein Ziel ohne Kennzahl und Termin ist ein Wunsch.
3. Kennzahlen dokumentieren
Beispiele: Stromverbrauch, Wasserverbrauch, CO₂-Emissionen, Unfallquote, Schulungsstunden, Lieferantenbewertungen, Reklamationsquote. Je länger die Reihe zurückreicht, desto aussagekräftiger der Nachweis.
4. Mitarbeitende einbinden
Nachhaltigkeit funktioniert nur, wenn die Mitarbeitenden mitmachen: Schulungen, Informationsveranstaltungen, Verbesserungsvorschläge, klare Verantwortlichkeiten, regelmäßige Kommunikation.
5. Lieferanten stärker einbeziehen
Ein häufiger Schwachpunkt ist die nachhaltige Beschaffung. Nachhaltigkeitsanforderungen an Lieferanten definieren, Lieferanten bewerten, Risiken analysieren, Verbesserungen dokumentieren.
Welche Fehler kosten bei EcoVadis Punkte?
Aus unserer Erfahrung in der Vorbereitung treten immer wieder ähnliche Probleme auf:
→ fehlende Richtlinien
→ veraltete Dokumente
→ unvollständige Nachweise
→ keine dokumentierten Kennzahlen
→ fehlende Lieferantenbewertungen
→ keine Managementbewertungen
→ keine internen Audits
→ unzureichende Mitarbeiterschulungen
→ fehlende Nachhaltigkeitsstrategie
→ Maßnahmen werden durchgeführt, aber nicht dokumentiert
Der letzte Punkt ist der teuerste. Die Arbeit wird gemacht, aber nicht belegt. Das führt häufig dazu, dass Unternehmen deutlich schlechter bewertet werden, als ihre tatsächliche Nachhaltigkeitsleistung vermuten lässt.
Das eigentliche Problem ist also selten fehlende Nachhaltigkeit.
Es ist fehlende Struktur.
EcoVadis oder ISO-Zertifizierung?
Die Frage kommt häufig, und sie ist falsch gestellt. Beides ergänzt sich.
ISO-Normen schaffen ein strukturiertes Managementsystem. EcoVadis bewertet, wie gut Nachhaltigkeit tatsächlich umgesetzt wird. Das eine ist der Rahmen, das andere der Blick auf das Ergebnis.
Wer ein Managementsystem betreibt nach
→ ISO 9001 (Qualitätsmanagement)
→ ISO 14001 (Umweltmanagement)
→ ISO 45001 (Arbeits- und Gesundheitsschutz)
→ ISO/IEC 27001 (Informationssicherheit)
hat häufig schon viele Prozesse und Nachweise, die auch für EcoVadis zählen. Der Aufwand für die Bewertung sinkt damit erheblich.
Lohnt sich EcoVadis für kleine Unternehmen?
Ja. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen werden heute zunehmend von ihren Kunden aufgefordert, ihre Nachhaltigkeitsleistung nachzuweisen. Die meisten Unternehmen, die wir begleiten, haben zwischen 10 und 500 Mitarbeitende. Die Bewertung ist also kein Konzernthema.
Eine gute EcoVadis-Bewertung hilft dabei,
→ neue Kunden zu gewinnen
→ bestehende Kunden langfristig zu sichern
→ Ausschreibungen erfolgreicher zu bestehen
→ sich vom Wettbewerb abzuheben
→ internationale Lieferketten zu bedienen
Insbesondere Zulieferer großer Industrieunternehmen profitieren von einer strukturierten Vorbereitung. Nicht, weil sie damit plötzlich nachhaltiger werden. Sondern weil sie ihre bestehende Leistung endlich zeigen können.
Fazit: Mit strukturierter Vorbereitung zum guten Score
EcoVadis ist heute mehr als eine Nachhaltigkeitsbewertung. Für viele Unternehmen ist die Plattform Teil der Lieferantenqualifizierung geworden und spielt bei Ausschreibungen und Geschäftsbeziehungen eine entscheidende Rolle.
Eine gute Bewertung entsteht nicht durch einzelne Dokumente.
Sie entsteht durch ein Nachhaltigkeitsmanagement mit klaren Richtlinien, messbaren Zielen, dokumentierten Maßnahmen und fortlaufender Verbesserung.
Eine Medaille erkennt man nicht daran, dass sie auf der Website hängt. Sondern daran, dass der Betrieb sie bei der nächsten Bewertung wieder bekommt.
Genau dabei unterstützen wir Unternehmen: mit einer Gap-Analyse, der Vorbereitung auf die EcoVadis-Bewertung, der Erstellung und Überarbeitung von Richtlinien und der Verknüpfung bestehender Managementsysteme mit den Anforderungen von EcoVadis. Als Nachhaltigkeitsberatung kann die Vorbereitung unter Umständen über die BAFA-Förderung bezuschusst werden; ob Ihr Unternehmen die Voraussetzungen erfüllt, zeigt der kostenlose BAFA-Check in wenigen Minuten. Wenn Sie Ihre Bewertung verbessern oder sich erstmals vorbereiten wollen, sprechen Sie uns an, das Erstgespräch ist kostenlos.
Und wo steht Ihr Unternehmen: Fehlt die Nachhaltigkeit, oder fehlt nur der Nachweis dafür?


