Wirtschaftsstandort Halle (Saale)
Halle (Saale) hängt wirtschaftlich stark an der Chemie, auch wenn die großen Anlagen nicht im Stadtgebiet stehen. Das mitteldeutsche Chemiedreieck mit Leuna, Schkopau und Bitterfeld-Wolfen liegt vor der Haustür, und viele Betriebe in Halle arbeiten in dessen Umfeld: Anlagenbau, Instandhaltung, Rohrleitungsbau, Mess- und Regeltechnik, Labordienstleistungen, Spezialtransporte. Das ist ein eigener Betriebstyp mit eigenen Regeln, weil der Zugang zu einem Chemiepark an Nachweise geknüpft ist. Der zweite Strang in Halle ist Life Science. Am Weinberg Campus sitzen die naturwissenschaftlichen Institute der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zusammen mit dem Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie, dem Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS und dem Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik. Dort sind über hundert Unternehmen und Ausgründungen aus Biotechnologie und Materialwissenschaft angesiedelt. Dazu kommt die Leopoldina als Nationale Akademie der Wissenschaften mit Sitz in Halle. Der dritte Strang ist eine breite Dienstleistungsschicht mit Medien, IT und Gesundheitswirtschaft. Für uns ist Halle deshalb zweigeteilt. Auf der einen Seite technische Dienstleister, die in Chemieanlagen arbeiten und deren Systeme sich um Arbeitsschutz und Umwelt drehen. Auf der anderen Seite Labore, Biotechfirmen und Entwickler, bei denen es um Rückverfolgbarkeit, Datenschutz und Prüfprozesse geht. Zwei sehr unterschiedliche Ausgangslagen, die wir auch unterschiedlich angehen. Beim technischen Dienstleister in Halle steht meist schon ein Ordner mit Betriebsanweisungen im Regal. Da geht es darum, das Vorhandene in eine Struktur zu bringen, die ein Auditor nachvollziehen kann. Bei der Ausgründung vom Weinberg Campus ist es umgekehrt: Dort gibt es viel Fachwissen und noch kein System. Beide Wege führen zum Zertifikat, sie starten nur an verschiedenen Punkten.
- Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ist eine der größten Hochschulen Sachsen-Anhalts mit starkem naturwissenschaftlichem Profil.
- Der Weinberg Campus in Halle ist einer der größten Technologieparks Ostdeutschlands für Life Science und Materialwissenschaft.
- Die Leopoldina als Nationale Akademie der Wissenschaften hat ihren Sitz in Halle (Saale).
- Das mitteldeutsche Chemiedreieck mit Leuna, Schkopau und Bitterfeld-Wolfen liegt unmittelbar im Einzugsgebiet von Halle.
- Der Flughafen Leipzig/Halle liegt zwischen beiden Städten und bindet die Region an den europäischen Luftfrachtverkehr an.