Wirtschaftsstandort Lörrach
Lörrach ist wirtschaftlich schwer zu verstehen, wenn man nur auf die Stadtgrenze schaut. Die Kreisstadt mit 50.000 Einwohnern liegt im Dreiländereck und ist faktisch Teil der Agglomeration Basel. Rund 5.000 Menschen aus dem Landkreis pendeln täglich als Grenzgänger in die Schweiz, vor allem in die Basler Pharma- und Chemieindustrie. Das prägt den Arbeitsmarkt und den Lohndruck für die Betriebe vor Ort massiv. In Lörrach selbst steht das größte Schokoladenwerk von Mondelez International weltweit. Hier wird Milka produziert, seit 1880 wird in Lörrach Schokolade hergestellt, die Marke wurde 1901 eingetragen. Ein Lebensmittelwerk dieser Größenordnung zieht ein ganzes Umfeld nach sich: Verpackungslieferanten, Reinigungsdienstleister, Instandhaltung, Logistik, Labordienstleistungen. Der zweite Traditionsname ist A. Raymond, das seit 1898 in Lörrach Verbindungs- und Befestigungselemente entwickelt und heute vor allem die Automobilindustrie beliefert. Lörrach hat eine Textilvergangenheit, das Lauffenmühle-Areal wird heute als Gewerbegebiet in Holzbauweise neu entwickelt. Im direkten Umfeld, in Weil am Rhein, sitzen Vitra, Endress+Hauser und Conductix-Wampfler. Für Lörracher Betriebe bedeutet die Grenzlage etwas Konkretes: Ihre Kunden und oft auch ihre Wettbewerber sitzen in der Schweiz. Schweizer Auftraggeber prüfen Lieferanten gründlich, gerade im Pharma- und Life-Science-Umfeld rund um Basel. Ein Zertifikat ist dort weniger eine Formalität als ein Filter, der überhaupt erst zur Angebotsabgabe berechtigt.
- Das Lörracher Werk ist der weltweit größte Schokoladenproduktionsstandort von Mondelez International.
- Rund 5.000 Grenzgänger aus dem Landkreis Lörrach arbeiten täglich in der Schweiz, überwiegend im Raum Basel.
- Die Duale Hochschule Baden-Württemberg unterhält in Lörrach einen eigenen Standort.
- Das frühere Lauffenmühle-Areal wird als Gewerbegebiet in Holzbauweise neu entwickelt.
- Basel ist mit der S-Bahn in rund 20 Minuten erreichbar, die Agglomeration zählt über 600.000 Einwohner.